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Der Dichter Gabriele D'Annunzio am Gardasee

Der Dichter Gabriele D'Annunzio am Gardasee

Der Dramaturg, Schriftsteller und Dichter Gabriele D'Annunzio wird von seinen Geschichtsschreibern als Kriegsheld und Zentralfigur des politischen Lebens Italiens seit dem Jahre 1914 bezeichnet. D'Annuncio war eine exzentrische Persönlichkeit, wie sich noch heute sein ehemaliger Wohnsitz, der "Vittoriale degli Italiani"(in Gardone Riviera), darstellt. Aufgrund verschiedener Krisen zog sich der Künstler in seine Villa "il Vittoriale degli Italiani" nach Gardone Riviera zurück. Als Mann des Theaters und der Pflege der Mythologischen Symbole lebte und arbeitete Gabriele D'Annuncio in seinem Hause bis zum Tode. Um die endgültigen Grenzen seiner Erinnerungen zu bestimmen, wählte er die Abgeschiedenheit und Stille und hatte nur auf diese Art den letzten Sinn des Daseins erkannt.

Vittoriale degli Italiani in Gardone Riviera
Das Anwesen des italienischen Dichters D'Annunzio, welches aus Mausoleum, Park und Villa besteht, wurde in den Jahren ab 1893 unter der Leitung des Architekten Giancarlo Maroni errichtet. Auf dem Gelände der ehemaligen Villa des deutschen Kunsthistorikers Heinrich Thode entstand eine weitläufige Parkanlage. Im Jahre 1920 enteignete der italienische Staat das gesamte Anwesen dem Heinrich Thode und übereignete D'Annuncio das Areal als Geschenk.

Das 9 Hektar große Gelände beherbergt heute das Wohnhaus D'Annunzios, einige Parks und Gärten, das Mausoleum und ein Freilichttheater. Das besondere Highlight ist jedoch ein altes Kriegsschiff, das sich im Garten des Dichters befindet. Obwohl Kriegsutensilien nicht gerade sehr beliebt sind, finden trotzdem in jedem Jahr etwa 300.000 Besucher den Weg nach Gardone Riviera.

Der Besucher findet heute auf dem Gelände die Villa "La Prioria", das Mausoleum, das Torpedoboot MAS, das Kriegsschiff "Puglia", das Freilichttheater und das Kriegsmuseum. Darüber hinaus beherbergt die Villa eine umfangreiche Bibliothek von etwa 6.000 Bänden, die noch aus der Villa und des Besitzes des Henry Thode stammen. Ein besonderes Highlight ist ein Steinway-Flügel des Komponisten Franz Liszt und einige Bilder des Malers Franz von Lenbach.

Das Mausoleum, das nach den Plänen Maronis erbaut wurde, erinnert stark an etruskisch-römische Grabstätten, die Maroni mit Motiven aus Dantes "Göttlicher Komödie" ausstattete. Einer der Sarkophage enthält die sterblichen Überreste von Gabriele D'Annunzio. Besonders dekorativ wurde das Vorschiff des Kreuzers "Puglia" an einem Berghang präsentiert, der einen einmaligen Blick auf den Gardasee freigibt.

Das im Jahre 2001 erweiterte Kriegsmuseum zeigt verschiedene Gegenstände, die der Dichter im Ersten Weltkrieg selbst benutzt hatte.

​Das Freilichttheater Parlaggio wurde von dem Architekten Maroni nach Ideen D'Annunzios erbaut, der sich an den Plänen des Amphitheaters von Pompeii orientierte. Hier finden etwa 1.500 Zuschauer Platz und während eines Jahres finden im Theater Veranstaltungen der verschiedensten Art, wie Konzerte, Balletabende, Klassik, Rock oder Jazz statt.



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