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Das Alte Rathaus in Gargnano

Das Alte Rathaus in Gargnano

Die am westlichen Seeufer des Gardasees gelegene Gemeinde Gargnano, zählt heute zu den am dünnsten besiedelten Ortschaften in der Region der Lombardei. Verwaltungstechnisch gehören zu dem Gemeindegebiet, neben Gargnano, noch zwölf weitere kleinere Dörfer, die in ihrer Mehrzahl sich aber eher im Landesinneren befinden. Während Gargnano ursprünglich einst ein kleines Fischerdörfchen war, lebten die anderen Dörfer mehrheitlich von der Landwirtschaft. Bereits im 19. Jahrhundert zogen die Strände und das milde Klima verstärkt ein wohlhabendes Publikum aus Brescia und Mailand an die Gestaden des Gardasees. Von diesem Touristenboom künden noch heute die zahlreichen Villen und Palazzi. Allerdings zeugen die historischen Sehenswürdigkeiten wie der Kreuzgang der Kirche San Francesco und der Glockenturm der Kirche San Martino, dass die Historie dieses Ortes wesentlich weiter in die Vergangenheit zurückreicht.

So verhält es sich auch mit dem alten Rathaus (Antico Municipio di Gargnano) der Gemeinde. Am 12. Februar 1581 beschloss der Stadtrat einstimmig den Neubau eines repräsentativen Verwaltungsgebäudes. Um sich vorher ein besseres Bild machen zu können, wurde der zuständige Baumeister, Giovanni Traffeginni, damit beauftragt, zunächst ein sorgfältig ausgeführtes Holzmodell des Gebäudes zu erstellen. Bereits einen Monat später, am 12. März 1581, war das Modell fertig gestellt und es fand beim Rat die nötige Zustimmung. Auch die Auswahl des Steinmaterials, aus denen die Säulen der Arkaden bestehen sollten, konnte recht schnell und unproblematisch gelöst werden. Zur Auswahl stand zum einen der schwarze Stein aus Torbole und zum anderen der weiße aus San Vigilio. Die Wahl fiel letztendlich auf den weißen Stein aus San Vigilio.

​Heute sind in den Räumen des ehemaligen Bürgermeisteramtes nur noch Ausstellungen zu sehen. So wird beispielsweise in der oberen Halle ein Marmorstein des Jahres 1400 aufbewahrt, welcher völlig mit dem identisch ist, der im Kloster St. Franziskus zu sehen ist. Die Decke des Salons ziert eine kassetenförmige Holzkonstruktion. Zusätzlich wurde sie zur Hälfte mit einer diagonalen gemalten Ansicht des Rathauses ausgefüllt. An der seeseitigen Außenfassade des Gebäudes wie auch an einigen Nachbargebäuden, sind noch die Kanonenkugeln des Bombardement von 1866 sichtbar, welche während des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg auf die Ortschaft niedergingen.



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